Panantukan oder Filipino Boxing ist eine eigenständige
und
waffenlose Philippinische
Kampfkunst. Es wird auch als
"schmutziges" Boxen bezeichnet, da es
nicht es keine sportlichen Regeln kennt und
Techniken beinhaltet die im Sport zu schweren
Verletzungen führen würden. Seinen Ursprung
findet Panantukan in dem Philippinischen Kali
und dem westlichen Boxen.
Philippinische Kampfkünste werden
oft wegen des historischen Hintergrunds für Waffen auf
den Stockkampf reduziert.
Gerade das Verständnis der
verschiedensten Kampfsituationen, Distanzen und
taktischen Grundlagen sind jedoch ein wichtiger
Baustein der Philippinischen Kampfkünste.
Trainiert wird mit und ohne
Boxhandschuhen welches einen besonderen Reiz
ausmacht um Anwendungen speziell für die
Selbstverteidigung trainieren zu können.
Ursprung der
Philippinische Kampfkünsten
Die
Philippinische Kampfkünste haben eine alte Geschichte
die über 1500 Jahre zurück liegt. Die Philippinen
waren immer schon ein Vielvölkerstaat mit
unterschiedlichsten Kulturen und Sprachen. In den vielen
kriegerischen Auseinandersetzungen haben sich
auch die
verschiedensten Kriegskünste entwickeln können. Da die
Philippinen über 7000 Inseln umfasst haben sich auch
unterschiedliche Stile wie Kali, Eskrima und
Arnis gebildet. Diese
hoch- effektiven und erprobten Kampfkünste beinhalten
ein großes Spektrum an Prinzipien, Taktik und Techniken
im Waffenkampf (Stock, Messer, Speer, Peitsche
usw.) sowie spezielle waffenlosen Elemente.
Kali, Eskrima und Arnis sind Überbegriffe und innerhalb der
einzelnen Stile gibt es aber eine Vielzahl von
Stilrichtungen. Panantukan ist ein waffenloses System im
Inosanto – Lacoste Kali System.
Merkmale von
Panantukan
In den Philippinischen
Kampfkünsten ist die Waffe lediglich ein Ersatz
für die waffenlose Hand. Viele Techniken
unterscheiden sich nicht in ihrer Bewegung mit
oder ohne einer Waffe. Viele der Angriffs- oder
Verteidigungstechniken werden gleichzeitig
durchgeführt (z.B.: Block und Schlag) und
erreichen so eine höhere Effizienz.
Panantukan basiert auf der
Basis offensiven Verteidigung. Durch die
technische Präzision ist es möglich, die
Schlagversuche des Gegners bereits im Ansatz zu
kontrollieren. Die Bewegungsabläufe
werden ständig trainiert und gefestigt um
sie jederzeit abrufen zu können.
Im Panantukan werden alle Körperwaffen
eingesetzt (wie Knie, Ellenbogen, Kopfstoß
usw.), was es wiederum auch so effektiv macht.
Somit ergeben sich auch unterschiedlichste Wege
die zum Ziel führen und Kampfentscheiden sein können.
Ein spezielles Merkmal ist,
dass im Panantukan versucht wird, die
Angriffshand oder -bein außer Gefecht (brechen,
ausrenken, Gunting usw.) zu setzen und somit
einen Entscheidenten Vorteil daraus zu ziehen.
Die Besonderheiten des
Panantukan sind aber auch Position oder der
Winkel zum Gegner, die optimale
Kraftentwicklung, ausgefeilte Beinarbeit und ein
großes Technikrepertoire.
Ein wichtiges Prinzip im
Panantukan ist die Grundregel der
"Manipulation". Durch das Pushen,
Pullen und Trapping wird der Gegner in eine
Position gebracht, die es ermöglicht ihn
leichter zu kontrollieren und weiter zu
attackieren.
Gunting - Treffen
verschiedener, empfindlicher Nervenpunkte und
Muskelgruppen - sowie Hebel- und Fegetechniken.
Trainingsinhalte
Panantukan beinhaltet Techniken wie Schläge mit
den Fäusten und offenen Händen, mit dem
Unterarmen, Ellenbogenstöße, Hebeln, Kopfstöße,
Augenstiche, ziehen und stoßen des Gegners,
Schläge auf Muskeln, Kniestöße und
Tritte, sowie Techniken um das
Gleichgewicht des Gegner brechen und die
unterschiedlichsten Arten
von Würfen und Fegern .
Pananjakman beinhaltet hauptsächlich
Tritt- und Knietechniken und effektive
Blocktechniken gegen Tritte. Ausgeführt werden
nur tiefe Tritte (unter der Gürtelhöhe) zu den
Gelenken, Schienbeinen, Genitalbereich und
Oberschenkel, sowie Techniken um den Gegner zu
Fall zu bringen.
Sikaran
vergleichbar mit dem klassischen Kickboxen indem
auch hohe Kicks erlaubt sind. Wobei aber auch
Würfe und Takedowns Inhalt der Trainings sind.
Sikaran
vergleichbar mit dem klassischen Kickboxen indem
auch hohe Kicks erlaubt sind. Wobei aber auch
Würfe und Takedowns Inhalt der Trainings sind.
Dumog
spezielle Art des Bodenkampfes bzw. den
Gleichgewichtsbruch des Angreifers, Takedowns,
Hebeltechniken und Bodenkontrolle.
Trainingsziele
Panantukan ist ein vollständiges
und kompaktes waffenloses Kampfkunstsystem, es beinhaltet alle
für den Kampf relevanten Aspekte der
waffenlosen Verteidigung. Neben des Erlernen von
Techniken wird großer Wert auf die
Verinnerlichung und Umsetzung der Prinzipien
gelegt.
Besonderer Wert wird beim
Training aber auch auf Timing, Schnelligkeit,
Sensitivität, Gleichgewicht, Stärke,
Koordination, Entschlossenheit und
Durchhaltevermögen gelegt. Im
Training werden dynamische Angriffe, Konter und
Gegenkonter, Drills, Flows, Schlagkombinationen,
Sparring (fortgeschrittenen Level) und mit Focus
Mitts trainiert. Ziel ist es, alle Techniken in einem "Flow" Fluss
anwenden zu können.
Dan Inosanto /
Panantukan
Dan Inosanto ist einer der
bekanntesten Kampfkunstlehrer der Gegenwart. Als
ehemaliger Schüler von Bruce Lee entwickelte er das
heutige Inosanto Kali. Dieses System basiert auf
verschiedenen Kali und Eskrima Systemen (wie z.B.:
dem Lacoste System, Cabales Serrada Eskrima, Pekiti Tirsia, Illustrissimo Kali, Bahala Na
Esrkima, Lameco Eskrima uvm.). Aus diesen Stilen
adaptierte Guro Dan Inosanto die verschiedensten
Konzepte, Prinzipien sowie Techniken und kreierte
das Inosanto Kali.
Inosanto Kali ist ein sehr
dynamisches System welches das Verständnis für den
Kampf mit oder ohne Waffen (Panantukan, Dumog,
Pananjakman) fördert.
Die Waffentechniken
umfassen die ganz Bandbreite der Philippinischen
Kampfkünste wie den Einzelstock, Doppelstock,
Stock und Messer, Messer, Langstock, flexible
Waffen und Schwert. Beim Erlernen der
unterschiedlichsten Waffenarten ist der
Umgang und die speziellen Eigenheiten jeder
Waffe ein wesentlicher Bestandteil. Inosanto
Kali vermittelt die Fähigkeit auf jeden
beliebigen Angriff sich zu verteidigen und zu
kontern, ganz egal mit welcher Waffe man
attackiert wird und in welcher Umgebung man sich
befindet.